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Intention 1. Grundlagen 3. Philosophie und Psychologie 4. Philosophische Analyse 5. Apriorität und Normativität 6. Bestimmen und Unterscheiden 7. Hierarchie der Urteilsformen 8. Urteilsförmige Kohärenz der Natur 9. Natur als Gesamtheit 10. Bibliographie Links Sitemap Kontakt Impressum |
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Thomas Scheffer: Die Grundlagen von Kants Naturbegriff in der 'Kritik der reinen Vernunft' Eine der größten Stützen für die Kantische Philosophie ist die gewiss wahre Betrachtung, dass wir ja auch so gut etwas sind, als die Gegenstände außer uns. Wenn also etwas auf uns wirkt, so hängt die Wirkung nicht allein von dem wirkenden Dinge, sondern auch von dem ab, auf welches gewirkt wird. Beide sind, wie bei dem Stoß, tätig und leidend zugleich; denn es ist unmöglich, dass ein Wesen die Einwirkungen eines andern empfangen kann, ohne dass die Hauptwirkung gemischt erscheine. Ich sollte denken, eine bloße tabula rasa ist in dem Sinne unmöglich, denn durch jede Einwirkung wird das einwirkende Ding modifiziert, und das, was ihm abgeht, geht dem andern zu, und umgekehrt. [Lichtenberg, SB 2, K 74] 2. Beschreibungsabhängigkeit Die prägende Bedeutung der Kategorien für das Naturgeschehen wird von Kant am Ende der transzendentalen Deduktion damit erläutert, dass "Gesetze" nicht "in den Erscheinungen, sondern nur relativ auf das Subjekt" existieren",dem die Erscheinungen inhärieren" (B, 164). Diese Erläuterung kann modern ausgedrückt zunächst dahingehend verstanden werden, dass Gegenstände das, was sie sind, nur unter einer Beschreibung sind. Welche Eigenschaften an Gegenständen oder Beziehungen zwischen Gegenständen sichtbar werden, hängt demnach davon ab, unter welchen Gesichtspunkten und mit Hilfe welcher Begriffe man das gegebene Beobachtungsmaterial theoretisch verarbeitet, und so haben abstrakte begriffliche Gegenstände in methodologischem Sinne eine prägende Bedeutung für die Gegenstände und die Beziehungen zwischen ihnen. Diese Erklärung reicht jedoch noch nicht hin, den von Kant behaupteten
vorschreibenden Charakter der Kategorien zu erklären, denn es könnte
die Möglichkeit einer Wahl zwischen verschiedenen Begriffsrahmen
bestehen, und diese Wahl könnte wiederum als ein Bestandteil des
Naturgeschehens selbst durch vorgängige natürliche Ursachen
bestimmt sein. Es scheint durchaus möglich, die Abhängigkeit
der Ontologie und des gesamten Weltbildes eines Menschen von begrifflichen
und sonstigen theoretischen lnformationsverarbeitungsmustern zu behaupten
und dennoch eine relativistische und naturalistische Erkenntnistheorie
zu vertreten.
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